Ist das Lesen nicht schön?

Filme werden versoftet und Spiele werden verfilmt. Soundtracks erscheinen immer öfters und zu manchem Spiel gibt es sogar schon einen Roman. Es entsteht also nicht selten ein multimediales Netz in dem möglichst viele Käufer kleben bleiben sollen. Nur eins wird scheinbar vergessen. Die Umsetzung von Büchern.

Eigentlich wurde ja bisher aus so ziemlich allem was die Masse bewegt ein Spiel gemacht. Das Spiel zum Film ist da längst nichts Besonderes mehr. Egal ob Fernsehserie (Desperate Housewives – Das Spiel), Medienskandal (Dönermafia – Gammelfleisch-Edition) oder Klingelton (Crazy Frog Racer). Alles wird umgesetzt. Sogar das Spiel zur Band (Kiss Psycho Circus) gab es schon.

Seltsam dass bisher nur wenige Entwickler auf Bücher gesetzt haben. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Vorteilen die ein Film nicht bieten kann. Die Auswahl ist größer. Es gibt schließlich weit mehr Bücher als Filme und nicht nur aus den letzten hundert Jahren. Dann dürften die meisten Lizenzkosten deutlich geringer ausfallen als bei Filmen. Und letztendlich haben die Designer viel mehr Freiheit weil ein Buch keine Bilder hat, so dass sie bei der kreativen Gestaltung fast völlig freie Hand haben. Zugegeben das kann sich auch als Fluch herausstellen, aber das ist ein anderes Thema.

Ich finde es schade dass jedes zweitklassige Buch zu einem Film gemacht wird aber kaum ein erstklassiges zu einem Spiel. Ich wünsche mir für die Zukunft, die Umsetzung vieler Romane und weniger halbgare Filmlizenzgurken. Mein Lieblingskandidat: Der große Eisenbahnraub von Michael Crichton.

Und was wünscht ihr euch?

PS: Ich will nicht unfair sein, ein paar gelungene Buchumsetzungen gibt es doch, hier eine kleine Auswahl: Wheel of Time, Largo Winch, XIII, Mord im Orient Express, American McGee’s Alice.