So jetzt hab ich es schwarz auf weiß: Ich bin (noch) nicht auf den Kopf gefallen.
Ende August 2008 wurde das WieWoWer? um die künftige Leitmesse der Spielebranche heiß diskutiert. Der Verband Biu kündigte zusammen mit der Kölner Messe die GamesCom an und Leipzig hielt mit der Games Convention 2009 dagegen. Die Fetzen flogen. Beide wollten groß und größer auftrumpfen. Sogar am gleichen Wochenende. Leipzig hatte die Geschichte (7 erfolgreiche GC Messen) und Köln den Verband (quasi alle großen Publisher) hinter sich.
Es wurde still. Alle gingen noch einmal in sich und brüteten an tollen WeltherrschaftsPlänen. Mein Kommentar dazu damals in Valentinas Blog:
Leipzig hat eigentlich schon verloren. Leider. Jetzt haben sie, meiner Ansicht nach zwei Möglichkeiten. Die erste: Sie stürzen sich mit Inbrunst in den Abgrund und versuchen tatsächlich mit der Köln-Messe zu konkurrieren. Oder die zweite: Sie transformieren ihr Event vielleicht mit Hilfe der GCDC in eine kleine bis mittelgroße Branchen Veranstaltung. Vielleicht mit dem Schwerpunkt auf Entwicklern oder auf dem Nachwuchs oder auf der Region. Schwierig, aber sicher nicht unmöglich.
Zumindest ein klein wenig hab ich recht behalten. Denn heute verkündeten die Leipziger nicht nur ein neues Datum sondern auch einen neuen Schwerpunkt. Demnach wird die, Games Convention Online getaufte Messe, ihren Schwerpunkt auf Internetspiele verschieben. Das ganze findet dann ein paar Wochen vor der GamesCom statt.
Bin gespannt ob es klappt. Der Markt der Onlinespiele wird immer größer und wichtiger – natürlich. Aber die größten Firmen in diesem Bereich sind wiederum auch Teil des Biu. Und der wiederum hat klar gemacht dass er nur Köln unterstützen wird. Ich stelle dazu mal vier Thesen auf.
- Blizzard, der Marktführer mit seinem World of Warcraft ist dabei. Viele ziehen mit und erhoffen sich in seinem Fahrwasser Aufmerksamkeit.
- Oder Blizzard ist dabei, viele andere haben aber Angst in deren Schatten kaum Beachtung zu finden und bleiben deshalb der Messe fern.
- Auch möglich. Blizzard kommt nicht, aber dafür alle anderen mit dem Glauben so mehr Blicke auf sich lenken zu können.
- Oder und das wäre das schlimmste Szenario. Blizzard bleibt der Messe fern und darum auch fast alle anderen.
Ein paar Variablen hab ich jetzt einfach mal nicht mit einbezogen. Will sie aber nicht unerwähnt lassen. Der Onlinemarkt besteht nicht nur aus Rollenspielen sondern auch aus Handyspielen (z.B. Nokias Portal N-Gage), eSport (z.B. der bekannten Liga ESL), Downloadplattformen (z.B. Valves Steam), Multiplayerportalen (z.B. dem Battle.net), Casualgames (z.B. Big Fish Games), und vielem mehr.
Die Akte bleibt ergo noch lange offen.