Stumpfe Werkzeuge

Ich bin genervt. Genervt von all den Technikpessimisten. Von denen die alles Neue verfluchen weil sie es nicht kennen. Gerade zwei Artikel dazu gelesen. Im ersten möchte ein US Abgeordneter aus Google Maps öffentliche Gebäude entfernen, damit Attentäter ihre Anschläge nicht mehr auf diese Weise planen können. Und im zweiten fragt der Spiegel den Twitter-Gründer Evan Williams allen Ernstes ob sein neuer Dienst dumm machen würde. Ich fasse es nicht.

Hat schon mal jemand daran gedacht alle Messer zu verbieten weil man damit Menschen erstechen kann? Oder wie wäre es mit Autos, damit ist man in der wunderbaren Lage Menschen zu überfahren. Jaja, jetzt lachen alle und halten das für völlig absurde Vergleiche. Aber ich wette, genau solche Wortmeldungen gab es, als das erste motorisierte Gefährt durch die Straßen fuhr und jemanden verletzte. Etwas Neues ist immer böse. Im letzten Jahrhundert die Rockmusik und das Fernsehnen. Davor war es das Schauspiel und vermutlich das Telefon. Heute ist es das omnipräsente Internet.
Dabei suche ich immer noch die Generation Walkman, die taub auf Parkbänken sitzt und vor sich hin sinniert. Wovon ich rede? Na von den tragbaren Musikgeräten die alle in den 80ern mit sich herum schleppten und wo die ältere Generation vor Taubheit warnte. Ja manche Ohren haben gelitten. Aber eben nur manche.

Google Earth und Twitter sind moderne Werkzeuge. Nicht mehr und auch nicht weniger. Jemand erschafft damit Kunst, wieder einer nutzt es einfach nur um sich den Alltag zu erleichtern. Und leider, leider gibt es Menschen die damit entweder nicht umgehen können oder schlimmer noch, andere schädigen.

Ich rege mich nicht mehr auf, sondern plädiere ab sofort für stumpfe Messer.