Hoch in dem blauen Wagen

Wo soll ich nur anfangen? Meine Gattin überfährt fast ein Schaf, bremst aber geistesgegenwärtig scharf ab. Das gibt von mir einen imaginären Orden. Diese Tiere sind toll. Zuerst läuft die komplette kleine Herde über die Straße, schaut links und rechts und dann sprintet das letzte eben nochmal zurück weil es seinen Büschel Gras vergessen hat. Danach sing Michael Jackson den Earth Song und am Wegrand liegt eine tote Seerobbe – ein trauriger Anblick.

Weiter. Nun geht’s beinahe 100km über die Westfjorde und ausschließlich auf Schotter. Hier oben liegt stellenweise Schnee aber wir verkneifen uns die obligatorische Schneeballschlacht. Jetzt wieder ins Tal. Durch einen Tunnel. Aber nicht irgend einen. Bei diesem hat man Decken- und Wandverkleidung gespart, der nackte Fels soll genügen. Für eine zweite Spur hat es ebenfalls nicht gereicht so das man die 5km überwiegend einspurig fährt. Der Gegenverkehr muss mit Halte-buchten vorlieb nehmen. Gut das man diese so gut sehen kann, denn der ganze Tunnel ist kaum beleuchtet.

Vom Licht geblendet gleich der nächste Hammer: Ich verliere meine VISA-Karte. Jesus sei Dank, eine Frau findet und bringt sie uns. Muss mir aus der Tasche gefallen sein. Ohne die Karte wären wir aufgeschmissen gewesen denn tanken geht nur mit einer solchen. Unser kleines Hotel steht in Isafjördur und liegt damit nur läppische 300km von Grönland entfernt. Krass.

Ach so. An einem riesigen Wasserfall machen wir unterwegs Rast und sehen das erste deutsche Auto. Und woher? Genau: Köln! Gute Nacht Island.

229km bezwungen (insgesamt 962km)