Eine SMS aus Norwegen. Auch sowas geht. Island hat, besonders wegen der Sicherheit, eine sehr gute Netzabdeckung. Nur in wenigen Ecken des Landes ist kein Handynetz verfügbar.
Am nördlichsten Punkt dieser Insel sind wir nur einen Katzensprung vom Polarkreis, der Arktis entfernt. Drei Kilometer. Die Gegend ist karg und einsam. Der Wind pfeift und zerrt. Die Abwesenheit von allem übt eine große Faszination auf mich aus. Meine Frau findet es eher unspektakulär. Es gibt hier oben fast nichts. Nur einen Leuchtturm und Strandgut. Angespülte Baumstämme, Fischernetze und einen jeepreifengroßen Walknochen. Wir mutmaßen ein Teilstück der Wirbelsäule. Die Taschentücher werden gezückt denn ab jetzt geht es nur noch abwärts. Ein Besuch am Dettifoss offenbart uns den größten Wasserfall Europas. Gigantisch. Wir treffen Deutsche die morgen hier ihre Silberhochzeit feiern und die letzte Woche ihren Mietwagen in einen Graben gesetzt haben. Wilde Geschichte und ich bin Gott dankbar das er sie vor schlimmerem bewahrt hat. Gibt es hier doch genug Straßen die anstelle eines Grabens einen Abgrund haben.
In der vorletzten Bleibe mussten wir uns mit vielen anderen in einer Gemeinschaftsküche um die Töpfe prügeln, in der letzten stattdessen mit der schon alten Chefin um die Nutzung eines Wasserkochers. Sie hat von all den Wundern in dieser Gegend bisher kaum etwas gesehen und ich vermute das sie mit dem Überleben hier ihre ganz eigenen Wunder erfährt. Erinnert mich an meine Oma die das Meer noch nie mit eigenen Augen gesehen hat und trotzdem keinen Mangel empfindet. Ist halt eine andere Generation. Die heutige Unterkunft ist gemütlich und toll ausgestattet. Wir sind rund um zufrieden. By The Way Heute ist Halbzeit.
260km Yeah (insgesamt 2509km)