Unser erster Tag in Reykjavik und beim Frühstück auch gleich der erste Brüller. Ich fühle mich ein wenig an die Marx Brothers und ihr Detektivbüro erinnert. Hier geht es den umgekehrten Weg. Was gestern noch eine normale Rezeption war, ist heute eine Küche. Auf dem Tresen liegen keine Zettel, Kugelschreiber und Flyer mehr sondern Wurst, Käse und ein Toaster. Dahinter wo der Computer stand ist nun ein großer Stapel Geschirr. Ich frage mich wohin der ganze Kram vom Vortag auf einmal verschwunden ist. Auf jeden Fall werkelt immer noch der selbe Mann mit den selben Klamotten. Heute telefoniert er nicht sondern macht den Abwasch – per Hand. Ab und zu tätschelt ihn seine Mutter, die ebenfalls dort herum wuselt.
Wir laufen ein wenig durch die Stadt. Zuerst besuchen wir die Hallgrimkirche. Die größte Kirche in ganz Island und auch das Wahrzeichen der Stadt. In jedem Shop gibt es T-Shirts, Tassen und jeden nur erdenklichen Kitsch mit ihrem Aufdruck. Das Gebäude selber ist unglaublich schlicht, in einer ungewöhnlichen Architektur und mit einer gewaltigen Orgel.
Danach laufen wir die Shoppingstraßen auf und ab. Ich bin begeistert vom 66º North Shop. Aber nicht so sehr von den Preisen. Tolle Wanderschuhe für 500€, ich falle fast aus den Latschen. Aber wenigstens gibt es dort eine schöne Winterjacke für bezahlbare 200€ – vielleicht kann man die ja später im Internet bestellen. Ich probiere fleißig an und Frau Klein macht Fotos.
Wir genießen das geschäftige treiben und die warme Sonne. Auf der Suche nach einer Eisdiele laufen wir uns beinah die Hacken wund und brechen dann ab. Morgen ist auch noch ein Tag.