Faul im Blau

Heute haben wir uns für den letzten Tag viel vorgenommen. Nach 20 mehr oder weniger anstrengenden Tagen ist heute ein purer Füße-hoch-Tag angesagt. Wir besuchen die Blaue Lagune. Aus 2000 Metern Tiefe wird Wasser an die Oberfläche gepumpt. Mit diesem wird über eine Turbinen Strom erzeugt. Danach fließt es in einen mit Lavasteinen ausgelegten und umrandeten See. In diesem Industrieabfall schwimmen wir herum. Das Nass ist aber nicht irgendwie dreckig, im Gegenteil, es hat viele positive Eigenschaften und heilt oder lindert viele Hautkrankheiten.

Das ist uns heute aber herzlich egal. Wir erfreuen uns an dem 40 Grad (schwankt zwischen 34 und 160 Grad) warmen Tiefenwasser und sind die glücklichsten Menschen des Sonnensystems. Unsere Haut wird auch nach 7 Stunden im Wasser (mit kleinen Unterbrechungen) kaum schrumpelig. Die Farbe des Wassers kann man sich als Mischung aus Milch und dem Eis Blauer Engel vorstellen. Das perfekte Traumbad. Meine Mama würde sich trotz der Entfernung nach Düsseldorf bestimmt eine Dauerkarte kaufen. Neben dem See gefällt uns besonders eine Dampfgrotte, aber auch der Massagewasserfall oder die Bar sind nette Aufenthaltsorte. Etwas mehr Zeit und wir hätten bestimmt im schicken Lava-Restaurant diniert.

Wir freuen uns sehr auf Zuhause, wollen aus Island aber gar nicht fort. Was für ein Dilemma. Im Bus zum Flughafen habe ich Tränen in den Augen. Ein ganz großer Traum ist für mich in Erfüllung gegangen. Im Herzen weiß ich, das ist erst der Anfang und so Gott will werden wir noch viele Male die Wunder dieser Insel erforschen und jedes Mal ein Stückchen mehr begreifen.

Am Flughafen dann noch ein letzter Hammer. Wir haben zu viel Gepäck. Durften wir auf dem Hinflug noch 26kg haben, sind es nun auf einmal nur 20kg pro Person. Mit der Dame bringt alles Verhandeln nichts und wir sind gezwungen 50 Euro extra zu blechen. Kleiner Wermutstropfen wir sitzen als kleine Entschädigung im Flugzeug in der ersten Klasse. Die Aussicht auf Keflavík und das sonst rabenschwarze Eiland ist beängstigend makellos. Ich will hier nicht fort.

Fortsetzung folgt unbedingt.