Computer- und Videospielbegeisterte sind konservativer als manch CDU-Politiker. Sie denken in festen Genres, Kisten und Schubladen. Und wenn dann etwas nirgends so richtig hineinpassen will dann wird gemeckert, geschimpft und dem Produkt gar das Prädikat Spiel aberkannt.
Heavy Rain ist so ein Spiel und sorgt aktuell für mächtigen Wirbel unter den Zockern. Es sei in Sachen Gameplay schwach und darum kein echtes Spiel sondern mehr ein interaktiver Film. Aber was mache ich denn im neusten Bioshock? Ich drücke an den richtigen Stellen die richtigen Knöpfe. Und das nun schon seit 20 Jahren, seit dem ersten 3D-Shooter (Hovertank 3D) und noch dazu beinahe identisch. Ist das besseres Gameplay? Heavy Rain geht da mutig neue Wege. Und hier glaube ich ist der springende Punkt. Während Filme und Bücher quasi „fertig“ sind und die neuen Werke sich nur in Ansätzen bzw. Inhalt von den vorherigen unterscheiden, sind Spiele noch lange nicht an diesem Punkt. Die Technik entwickelt sich immer noch rasant. Das Storytelling ist weiterhin auf dem Weg. Ganz zu schweigen von den Eingabegeräten. Und ganz sicher auch das Gameplay.
Die ganze Diskussion erinnert mich stark an Flower, FlOw oder Noby Noby Boy. Auch das waren laut Kritikern keine Spiele weil man keine festen Ziele hatte. Es gab keine Aufgaben, keine Level und auch kein echtes Ende.
Ohne Highscore, ohne klar definiertes Genre, ohne Bossgegner und herausforderndes Tastendrücken ist ein Spiel halt kein Spiel.
Nur gut das The Graveyard vor zwei Jahren keine große Beachtung gefunden hat. Vermutlich hätte man die Entwickler geteert und gefedert.
PS: Ganz peinlich wird es wenn sogar Redakteure nicht mehr wissen wo oben und unten ist.