Am Pfingstwochenende war wieder die SIGINT. Aber obwohl es viele gute Vorträge zu den üblichen Themen wie Zensur, Datenschutz oder Überwachung gab, hat mich ein ganz anderes in seinen Bann gezogen. Textadventures / Interaktive Fiktion. Ich gestehe, auch als alter Hase habe ich noch nie in meinem ganzen Zockerleben so ein Mitmach-Buch probiert. Aber da ich mich ja für (fast) alles interessiere, schaute ich mir eine Dokumentation über das Thema mit anschließender Frage-Antwort-Runde an. Der Regisseur Jason Scott selber war zwar nicht physisch dort aber ihn per Skype nach Köln zu beamen war für den CCC ein leichtes und so war er zumindest in Bewegtbild und Ton anwesend.
Der Film erzählt im groben den Auf- und Abstieg des Genres und der dazugehörigen Branche. Er läßt dabei viele Veteranen zu Wort kommen, auch Koryphäen anderer Genres wie John Romero. Nicht wenige schwärmen über die 80er als Grafik noch keine Rolle spielte und die Bilder einzig und allein im Kopf entstanden. Und das ist auch der Punkt der mich fasziniert. Ich liebe Bücher und ich liebe Spiele. Textadventures scheinen beides auf eine spannende Art zu vermengen. Die einzige Grenze ist die eigene Phantasie. Unglaublich auch die Interviews mit Blinden. Denen wird der Text von einem Computer vorgelesen und auf diese Art sehen sie genau das selbe wie alle anderen. Nur das innere Auge zählt.
Scott verriet noch das es sich bei dem gezeigten eigentlich um einen einstündigen Trailer handle und der komplette mehrstündige Film demnächst auf DVD erhältlich wäre. Ich freue mich drauf. Und nun mache ich das was ich schon lange hätte machen sollen. Die ersten eigenen Gehversuche. Wer mit laufen möchte, hier beginnt meine Reise.