Toller Flieger. Die Ehefrau beschwert sich darüber das die Kiste keine Fernseher hat, mich hingegen beunruhigt es eher das die Sitze teilweise mit Kabelbinder repariert wurden und über uns an der Decke Ketchup klebt – oder handelt es sich dabei um Blut?
In Keflavík angekommen macht sich sofort ein heimeliges Gefühl breit, die elf Monate seit unserem letzten Besuch vergingen wie im Flug, während viele andere wild umherirren laufen wir zielstrebig dem Ausgang entgegen. Draußen begrüßt uns kühles aber trockenes Wetter. Auf der Busfahrt in die Hauptstadt sind wir von der Landschaft genauso hingerissen wie letztes Jahr. Laute Jubelrufe bei Felsbrocken die wir zu kennen oder isländischen Wörtern welche wir zu verstehen meinen inbegriffen. In Reykjavík setzt sich dies fort. Hier ein bekanntes Gebäude, dort eine vertraute Straße. Ich bin aufs neue von den Geländewagen fasziniert die auf ihren Ballonreifen durch die engen Gassen donnern.
Wir sind Mittags so ausgehungert dass das erstbeste Lokal gestürmt wird. Es schmeckt fantastisch auch wenn es den Anschein hat wir wären beide schwanger. Ich nehme einen Berg von einem Brunch mit einer heißen Schokolade und meine bessere Hälfte einen Hamburger mit Früchtetee – was für Kombinationen. Wir streunen den ganzen Tag durch die Stadt, zum Teil auch unfreiwillig. Einen Supermarkt umkreisen wir mehrfach nur um kurz vor dem Ziel aufzugeben – es ist ja Sonntag. In der Innenstadt haben dann aber doch die Hälfte der Geschäfte geöffnet und wir stöbern ein wenig nach unnützen Souvenirs. Abends wird noch der Hafen inklusive mehrerer Walfänger besichtigt bis endgültig das Nachtlager ruft.