Ein Trio zu zweit am Wasser

Mancher kann es sich ausmalen wo ich jetzt gerne wäre. Im Norden herrschen winterliche Verhältnisse und im Süden ist ein Vulkan ausgebrochen. Hier war der Himmel am Wochenende auch wolkenverhangen aber das hatte andere Gründe. Das Pokalfinale war vermutlich das schlechteste Spiel des MSV der gesamten Saison und das Wetter machte mir meine Marathon-Trainingspläne zunichte.

Doch es gab auch Lichtblicke. Ich habe Tom Liwa entdeckt, sogar mehrfach. Mittelpunkt des Geschehens war mein Lieblingshafenviertel Ruhrort. In den Gassen auf der Suche nach einer gemütlichen Imbissbude nahmen wir in einem griechischen Lokal Platz. Während wir unser Essen genossen trat kein geringerer als Herr Liwa persönlich zusammen mit seinem Sohn herein, bestellte und verschwand nach kurzer Wartezeit wieder. Ein wenig perplex ließen wir ihn in stiller Freude auf den Abend wortlos ziehen.

Es gibt keine Duos denn der liebe Gott ist ja immer dabei.

Mit diesem Satz eröffnete der Singer-Songwriter aus Duisburg sein gemeinsam mit Jakob Landy gespieltes Konzert und hatte damit nicht nur den Abend sondern irgendwie auch das Leben wunderbar zusammengefasst.

Die letzten Wochen und Monate waren für mich alles andere als ruhig. Mehr oder weniger von Termin zu Termin gehastet fühlte ich mich oft leer und abgekämpft. Als dann die ersten Gitarrenklänge über den alten Posthof am Karlsplatz schallten spürte ich wie sich eine tiefe Ruhe in mir ausbreitete, als wäre ich nach einer langen Reise endlich angekommen. Die Lieder waren schlicht, zurückhaltend und konnten sich genau darum wunderbar entfalten. Weil sie Raum für eigenes ließen. Da war Platz für jeden Anwesenden, jeden Gedanken. Diese poetisch, nachdenklichen Texte mit den sanften Gitarren sowie Ukulelen im Herzen ging der milde Frühlingsabend viel zu schnell zu Ende und wir schlenderten Gedanken versunken nach Hause.